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<title>Svarožić</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Svarožić</span></h1>
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<p><b>Svarožić</b> [<style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r227981795">
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</style><span class="navigation-not-searchable"><span class="IPA"><a href="Liste_der_IPA-Zeichen" title="Liste der IPA-Zeichen"><span title="Aussprache im Internationalen Phonetischen Alphabet (IPA)" lang="zxx">ˈsvarɔːʒitɕ</span></a></span></span>] ist ein <a href="Slawische_Mythologie" title="Slawische Mythologie">slawischer Gott</a>, der in verschiedenen Gegenden unter verschiedenen Namen bekannt war. Bei den <a href="Ostslawen" title="Ostslawen">Ost-</a> und <a href="S%C3%BCdslawen" title="Südslawen">Südslawen</a> trug er den Namen <b>Dažbog</b> oder <b>Dabog</b>, bei den <a href="Elb-_und_Ostseeslawen" class="mw-redirect" title="Elb- und Ostseeslawen">Elb- und Ostseeslawen</a> bekam er später die Bezeichnung <b>Radegast</b> oder <b>Redigast</b>, <a href="Tschechische_Sprache" title="Tschechische Sprache">tschech</a>. <b>Radhošť</b>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Name_und_Funktion">Name und Funktion</h2></div>
<p>Der Name Svarožić kann als „Sohn des <a href="Svarog" title="Svarog">Svarog</a>“, des Himmelsgottes und Gottvaters des slawischen <a href="G%C3%B6tterwelt" title="Götterwelt">Pantheons</a>, gedeutet werden. Der Sohn des Svarog galt in der frühen Zeit als Gott des irdischen <a href="Feuer" title="Feuer">Feuers</a> und des <a href="Licht" title="Licht">Lichts</a>, also als <a href="Sonnengott" class="mw-redirect" title="Sonnengott">Sonnengott</a> und Lebensspender. Auf diese gebende Funktion weist auch die Silbe <i>dažd</i> („gib“) seines anderen Namens Dažbog hin. Er wurde daher besonders im landwirtschaftlichen Bereich verehrt, anlässlich von <a href="Sonnenwende" title="Sonnenwende">Sonnenwenden</a>. Bei den Elb- und Ostseeslawen bekam Svarožić später die Funktion einer Kriegs- und Stammesgottheit.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Kult_bei_den_Ost-_und_Südslawen"><span id="Kult_bei_den_Ost-_und_S.C3.BCdslawen"></span>Kult bei den Ost- und Südslawen</h2></div>
<p>Im Osten des slawischen Gebietes wurde die Gottheit im Rahmen eines Feuerkultes verehrt. Im Jahr 980 führte Fürst <a href="Vladimir_I." class="mw-redirect" title="Vladimir I.">Vladimir I.</a> seinen Kult in <a href="Kiew" title="Kiew">Kiew</a> ein: Dažbog gehörte neben <a href="Perun" title="Perun">Perun</a>, <a href="Stribog" title="Stribog">Stribog</a>, <a href="Chors" title="Chors">Chors</a>, <a href="Simargl" title="Simargl">Simargl</a> und <a href="Mokosch" title="Mokosch">Mokosch</a> zu den sechs Göttern, deren Idole in der Stadt aufgestellt, acht Jahre später allerdings, nach Vladimirs Taufe, wieder abgerissen wurden. „Svarožić“ war in russischen Traktaten des 11. und 12. Jahrhunderts auch die Bezeichnung für das kultische Feuer selbst; die <a href="Hypatiuschronik" title="Hypatiuschronik">Hypatiuschronik</a> vom Anfang des 12. Jahrhunderts vergleichen ihn mit dem griechischen Sonnengott <a href="Helios" title="Helios">Helios</a>. Noch im 12. Jahrhundert nennt das <a href="Igorlied" title="Igorlied">Igorlied</a> das ganze russische Volk und seinen Fürsten Oleg die „Enkel Dažbogs“.
</p><p>Im südslawischen Gebiet, bei den <a href="Bulgaren" title="Bulgaren">Bulgaren</a> und <a href="Serben" title="Serben">Serben</a>, ist Dabog ebenfalls mit einem Feuerkult verbunden. Als Sohn des Dabog wurde der junge Gott Božič zu Weihnachten in einem brennenden Stamm verehrt. Mit der Christianisierung wurde Dabog mit dem <a href="Teufel" title="Teufel">Teufel</a> gleichgesetzt. Die gnostische christliche Gruppe der <a href="Bogomilen" title="Bogomilen">Bogomilen</a> stellt ihn als „<a href="Zar" title="Zar">Zar</a> auf Erden“, also als Teufel, dem „Gott im Himmel“ gegenüber. Diese Übertragung ist auch weiter nördlich zu finden: <a href="Bruno_von_Querfurt" class="mw-redirect" title="Bruno von Querfurt">Bruno von Querfurt</a> nennt ihn in einem Brief an Kaiser <a href="Heinrich_II._(HRR)" title="Heinrich II. (HRR)">Heinrich II.</a> <i>Zuarasiz diabolus</i>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Kult_bei_den_Elb-_und_Ostseeslawen">Kult bei den Elb- und Ostseeslawen</h2></div>
<p>Svarožić als Gott der Elb- und Ostseeslawen wird erstmals zu Beginn des 11. Jahrhunderts erwähnt. Neben der Nachricht des Brun von Querfurt ist besonders die Schilderung des Chronisten <a href="Thietmar_von_Merseburg" title="Thietmar von Merseburg">Thietmar von Merseburg</a> zu nennen, der ausführlich den Tempel und den Kult der Gottheit auf der Burg Radegast im Stammesgebiet der <a href="Redarier" title="Redarier">Redarier</a> beschreibt. Der Ort war vermutlich identisch mit dem später <a href="Rethra" title="Rethra">Rethra</a> genannten Haupttempel des Stammes. In dem reich verzierten und mit Holzstatuen ausgestatteten Heiligtum führten die Priester des Svarožić Orakel und Opferrituale, auch Menschenopfer aus, im Tempel wurden auch die Tribute der Nachbarstämme und Kriegsbeute aufbewahrt. Zum Kult gehörten auch ein heiliges Pferd und ein heiliger Eber, der sich bei Kriegsgefahr im Schlamm des Sees wälzte.
</p><p>Am Ende des 11. Jahrhunderts beschreibt <a href="Adam_von_Bremen" title="Adam von Bremen">Adam von Bremen</a> einen auf einer Inselburg gelegenen Tempel namens Rethra. Die Burg habe neun Tore und sei nur durch eine Holzbrücke mit dem Festland verbunden. Der Tempel sei mehreren Göttern, vor allem aber dem Hauptgott Redigast geweiht. Hier scheint der Name der Burg bereits auf den Gott übergegangen zu sein. Dies spiegelt die Wandlung des ursprünglichen Sonnengottes Svarožić in einen Lokal- und Stammesgott wider. Die Entwicklung des Svarožić zum Radegast lässt sich durch den Beibehalt der Symboltiere des alten Sonnenkultes, <a href="Pferde" title="Pferde">Pferd</a> und <a href="Eber" title="Eber">Eber</a> nachvollziehen. Parallelen finden sich in der Institutionalisierung anderer Kulte der Nordwestslawen, wie dem Kult des <a href="Svantovit" title="Svantovit">Svantovit</a> auf Rügen. Die späteren Chronisten <a href="Helmold_von_Bosau" title="Helmold von Bosau">Helmold von Bosau</a> und <a href="Saxo_Grammaticus" title="Saxo Grammaticus">Saxo Grammaticus</a> schließen sich Adams Beschreibung an und fügen weitere Details hinzu.
</p><p>Der zum Radegast gewandelte Svarožić übernahm ein anderes Aufgabenfeld als früher: Er wurde als schützender Stammesgott zum <a href="Kriegsgott" class="mw-redirect" title="Kriegsgott">Kriegsgott</a> der Redarier. Mit der Zunahme deren Einflusses innerhalb des Stammesverbandes der <a href="Liutizen" class="mw-redirect" title="Liutizen">Liutizen</a> wuchs auch seine Bedeutung. Schließlich sollen ihn, laut Helmold, auch die <a href="Abodriten" title="Abodriten">Abodriten</a> anerkannt haben, und auch in <a href="Kap_Arkona" title="Kap Arkona">Kap Arkona</a> auf Rügen wurde Radegast verehrt. 1066 wurde ihm in Rethra der Kopf des Bischofs <a href="Johannes_Scotus_(Bischof)" title="Johannes Scotus (Bischof)">Johannes</a> geopfert, doch bereits <a href="1068" title="1068">1068</a> wurde das Heiligtum zerstört. Die führende religiöse Rolle Radegasts übernahm nun für weitere hundert Jahre <a href="Svantovit" title="Svantovit">Svantovit</a> als Stammesgott der <a href="Ranen" title="Ranen">Ranen</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Moderne_Rezeption">Moderne Rezeption</h2></div>
<p>Eine moderne Statue des <b>Radegast</b> steht bei <a href="Pustevny" title="Pustevny">Pustevny</a> auf dem Kamm des <a href="Radho%C5%A1%C5%A5" title="Radhošť">Radhošť</a> in den Westbeskiden. Der Bildhauer Albín Polášek schuf diese Skulptur, aus Kunststein gegossen, im Jahr 1930. Seit 1998 steht an derselben Stelle eine Kopie aus Granit, während das restaurierte Original im Rathaus von <a href="Fren%C5%A1t%C3%A1t_pod_Radho%C5%A1t%C4%9Bm" title="Frenštát pod Radhoštěm">Frenštát pod Radhoštěm</a> einen geschützten Standort gefunden hat.
</p><p>Der Asteroid des inneren Hauptgürtels <a href="(2581)_Radegast" title="(2581) Radegast">(2581) Radegast</a> wurde nach der Gottheit benannt.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Zdeněk Váňa: <i>Mythologie und Götterwelt der slawischen Völker</i> (Originaltitel: <i>Svět slovanských bohů a démonů</i>). Urachhaus, Stuttgart 1992, ISBN 3-87838-937-X-</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Radegast_(deity)?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Svarožić</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Lutz_D._Schmadel" title="Lutz D. Schmadel">Lutz D. Schmadel</a>: <cite class="lang" lang="en" dir="auto" style="font-style:italic">Dictionary of Minor Planet Names</cite>. Fifth Revised and Enlarged Edition. Hrsg.: Lutz D. Schmadel. 5. Auflage. <a href="Springer_Spektrum" title="Springer Spektrum">Springer Verlag</a>, <a href="Berlin" title="Berlin">Berlin</a>, <a href="Heidelberg" title="Heidelberg">Heidelberg</a> 2003, ISBN 3-540-29925-4, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>186</span>, <a href="Digital_Object_Identifier" title="Digital Object Identifier">doi</a>:<span class="uri-handle" style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://doi.org/10.1007/978-3-540-29925-7_2582">10.1007/978-3-540-29925-7_2582</a></span> (englisch, 992&nbsp;S., Originaltitel: <cite style="font-style:italic">Dictionary of Minor Planet Names</cite>. Erstausgabe: Springer Verlag, Berlin, Heidelberg 1992): <span class="lang" lang="en" dir="auto">“1980 VX. Discovered 1980 Nov. 11 by Z. Vávrová at Kleť.”</span><span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Svaro%C5%BEi%C4%87&amp;rft.au=Lutz+D.+Schmadel&amp;rft.btitle=Dictionary+of+Minor+Planet+Names&amp;rft.date=2003&amp;rft.doi=10.1007%2F978-3-540-29925-7_2582&amp;rft.edition=5&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=3540299254&amp;rft.pages=186&amp;rft.place=Berlin%2C+Heidelberg&amp;rft.pub=Springer+Verlag" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-05-11" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Svaro%C5%BEi%C4%87&amp;oldid=255929242">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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